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In Deutschland sind 6,2 Mio. Menschen überschuldet*, die Zahl der überschuldeten Haushalte hat sich seit 1990 auf 3.1 Millionen
fast verdoppelt* Jedes Jahr melden mehr als 110.000 Menschen Privatinsolvenz an, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2009 um 16% auf über 34.300**, dadurch gingen 521.000 Arbeitsplätze verloren. Die Firmenpleiten verursachten lt. Creditreform einen Schaden von 50 Milliarden Euro in 2009. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wird für 2010 auf bis zu 40 000 geschätzt.** Was macht eine Insolvenz mit Betroffenen? Menschen, die mit dem Thema Insolvenz konfrontiert sind, befinden sich meistens in einer Krise. Die „Studie Armut, Schulden und Gesundheit“ (ASG Studie) der Uni Mainz hat ergeben, dass acht von zehn überschuldeten Menschen an einer Krankheit leiden. Schulden machen krank. Sei es bei einer Firmeninsolvenz oder Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz): Geldsorgen, Druck, Unsicherheit und Angst wirken sich massiv auf die Betroffenen aus. Das kann zu seelischer Erschöpfung, Burn Out und Krankheit führen. Das Thema Insolvenz ist ein Tabuthema. Das Gefühl, gescheitert zu sein, führt oft zu Rückzug, Kompensation oder Depressionen. Viele Betroffenen haben keine Möglichkeit, offen über die Themen zu reden, die sie emotional berühren und fühlen sich mit ihren Problemen alleine gelassen. Beratungsstellen und Anwälte konzentrieren sich auf rechtliche und fachliche Beratung – persönliche und emotionale Themen bleiben außen vor. Die Angst zu scheitern ist in Deutschland besonders hoch und hält fast 50% der Menschen davon ab, ein Unternehmen zu gründen.*** Quellen: * Deutscher Sparkassen- und Giroverband, ** Creditreform Schuldneratlas Deutschland 2009, *** G.I.B: Landesberatungsgesellschaft – GEM Länderbericht 2006 Sprachregelung: Der Gesprächskreis lädt Frauen und Männer ein. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit steht im Text z.B. "jeder Teilnehmer ist…" und nicht jede(r) Teilnehmer(in). Der Artikel dient als allgemeiner Gattungsbegriff und schließt weibliche Personen mit ein. |
