In Deutschland sind 6,5 Mio. Menschen überschuldet*. Die Zahl der überschuldeten Haushalte hat sich lt. Angaben des Bundesfamilienministeriums seit 1990 auf 3.13 Millionen** fast verdoppelt.
Derzeit gilt jeder 12. Haushalt in Deutschland als überschuldet. Diese Haushalte sind nicht mehr in der Lage, mit ihrem Einkommen bzw. Vermögen laufende Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Sie sind damit zahlungsunfähig.
Die Zahl der Insolvenzverfahren der natürlichen Personen hat im Jahr 2010 zum ersten Mal 140.000 erreicht. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Für das Jahr 2010 meldeten die deutschen Amtsgerichte 31.998 Unternehmensinsolvenzen.
In Deutschland hatten im Krisenjahr 2009 die Unternehmensinsolvenzen erstmals seit dem Jahr 2003 wieder zugenommen, und zwar gleich um kräftige 11,6 Prozent****.
Insolvenzen von Unternehmen und Privatpersonen verursachen in Deutschland jedes Jahr wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe - lt. Creditreform** betrug der Schaden 2009 mehr als 50 Milliarden Euro.

Was macht eine Insolvenz mit Betroffenen?
Menschen, die mit dem Thema Insolvenz konfrontiert sind, befinden sich meistens in einer Krise. Die „Studie Armut, Schulden und Gesundheit“ (ASG Studie) der Uni Mainz hat ergeben, dass acht von zehn überschuldeten Menschen an einer schuldenbedingten Krankheit leiden. Schulden machen krank. Sei es bei einer Firmeninsolvenz oder Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz): Geldsorgen, Druck, Unsicherheit und Angst wirken sich massiv auf die Betroffenen aus. Das kann zu seelischer Erschöpfung, Burn Out und Krankheit führen.
Das Thema Insolvenz ist ein Tabuthema. Das Gefühl, gescheitert zu sein, führt oft zu Rückzug, Kompensation oder Depressionen. Viele Betroffenen haben keine Möglichkeit, offen über die Themen zu reden, die sie emotional berühren und fühlen sich mit ihren Problemen alleine gelassen.
Beratungsstellen und Anwälte konzentrieren sich auf rechtliche und fachliche Beratung – persönliche und emotionale Themen bleiben außen vor.
Die Angst zu scheitern ist in Deutschland besonders hoch und hält fast 50% der Menschen davon ab, ein Unternehmen zu gründen.***

Quellen: * Deutscher Sparkassen- und Giroverband, ** Creditreform Schuldneratlas Deutschland 2010, *** G.I.B: Landesberatungsgesellschaft – GEM Länderbericht 2006, ****Statistisches Bundesamt Deutschland
Sprachregelung: Der Gesprächskreis lädt Frauen und Männer ein. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit steht im Text z.B. "jeder Teilnehmer ist…" und nicht jede(r) Teilnehmer(in). Der Artikel dient als allgemeiner Gattungsbegriff und schließt weibliche Personen mit ein.